Welche beidseitigen Erkrankungen sind bei Haustieren am häufigsten?
Kreuzbandrisse sind am häufigsten - reißt sich ein Hund ein Kreuzband, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 40-60 %, dass innerhalb von 1-2 Jahren auch das andere reißt. Hüftdysplasie betrifft meist beide Hüften. Eine Patellaluxation (herausspringende Kniescheibe) tritt häufig an beiden Knien auf. Auch Grauer Star, Kirschauge und Ohrentzündungen gelten als beidseitige Erkrankungen. Jede Erkrankung paariger Körperteile zählt dazu.
Haben alle Haustierversicherungen beidseitige Ausschlüsse?
Nein. Manche Versicherer bewerten jede Seite einzeln und übernehmen die Gegenseite, wenn sie vor Versicherungsbeginn nicht betroffen war. Andere schließen automatisch beide Seiten aus, wenn eine vorerkrankt war. Die Regelungen unterscheiden sich stark zwischen den Anbietern, deshalb sollte dies beim Vergleich ein zentraler Punkt sein.
Wenn sich mein Hund nach Abschluss ein Kreuzband reißt, ist dann das andere Knie versichert?
Ist der erste Kreuzbandriss nach Abschluss und nach Ablauf der Wartezeit passiert, übernehmen die meisten Versicherer den zweiten Riss als neuen Leistungsfall. Die Klausel greift vor allem dann, wenn eine Seite eine Vorerkrankung war. Prüfen Sie dennoch Ihre konkrete Police - manche Versicherer wenden die Klausel auch auf Erkrankungen an, die während der Versicherungszeit entstanden sind.
Kann ich gegen eine Ablehnung wegen beidseitiger Erkrankung Widerspruch einlegen?
Ja. Halten Sie die Ablehnung für unfair - etwa weil die erste Erkrankung lange nach Abschluss entstanden ist -, können Sie Widerspruch einlegen. Legen Sie tierärztliche Unterlagen vor, die zeigen, dass die zweite Seite bei Abschluss gesund war. Auch ein Schreiben Ihres Tierarztes, dass die Erkrankungen unabhängig voneinander sind, kann helfen. Der Erfolg hängt vom Versicherer und den Einzelheiten Ihres Falls ab.
Gilt die Klausel auch für Erkrankungen, die während der Wartezeit auftreten?
Ja, in den meisten Fällen. Zeigt eine Seite während der Wartezeit Symptome, wird sie zur Vorerkrankung, und die Klausel kann diesen Ausschluss auf die andere Seite ausdehnen. Deshalb ist die Wartezeit besonders bei Welpen großer Rassen mit Neigung zu orthopädischen Erkrankungen so entscheidend.
Wie wirkt sich die Klausel auf den Versicherungsschutz bei Hüftdysplasie aus?
Hüftdysplasie ist fast immer beidseitig - sie betrifft beide Hüften. Zeigt Ihr Hund vor Versicherungsbeginn Anzeichen von Hüftdysplasie an einer Hüfte, schließen die meisten Versicherer mit einer solchen Klausel beide Hüften aus. Das ist ein enormes finanzielles Risiko, denn ein künstliches Hüftgelenk kostet $3,000-$7,000 pro Hüfte. Den Vertrag abzuschließen, bevor Hüftprobleme auftreten, ist entscheidend.
Gelten Augenerkrankungen als beidseitig?
Ja. Grauer Star, Glaukom, Kirschauge und viele andere Augenerkrankungen können beide Augen betreffen und werden als beidseitig behandelt. Entwickelt Ihr Tier vor Versicherungsbeginn an einem Auge Grauen Star, kann der Versicherer die Behandlung für beide Augen ausschließen. Eine Katarakt-OP kostet $2,500-$4,000 pro Auge, ein beidseitiger Ausschluss wird also teuer.
Wie finde ich heraus, ob meine Police eine Klausel für beidseitige Erkrankungen hat?
Lesen Sie die vollständigen Versicherungsbedingungen - nicht nur die Zusammenfassung. Suchen Sie nach Begriffen wie „bilateral“, „opposite side“, „paired organs“ oder „related conditions“. Finden Sie keine klare Formulierung, rufen Sie den Versicherer an und fragen Sie direkt. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich (per E-Mail) geben, damit Sie bei einem späteren Streit etwas in der Hand haben.